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Panama – Panama City & Bocas del Toro
Geschrieben von Administrator
26. März 2012 um 18:33
Reisebericht 26

Donnerstag, 09.03.2012

Wie auf der Costa-Ricanischen, so geht es auch auf der panamesischen Seite recht geordnet zu. Anstehen zur Personeneinreise, Versicherung abschließen, Permiso für’s Auto einholen. Zur Fahrzeuginspektion versammeln sich immer mehr Leute um den Toyota und wollen alles sehen. Ganz schön neugierig sind die hier. Nach der Desinfektion dürfen wir weiterfahren.

Die Panamericana – die einzige Straße die quer durchs Land geht – ist in gutem Zustand, wir kommen schnell voran und sind am Mittag gegen 16:00 Uhr in Panama City. Dort wollen wir uns um die Verschiffung unseres Autos kümmern. Seit Wochen haben wir Kontakt mit Pamela Basurto von Wilhelmsen. Die Kommunikation ist mühsam. Stellt man 3 Fragen in einer Email, wird innerhalb von 2 Tagen nur eine Frage beantwortet.
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Andi und Nina haben in David ihren neuen Mietjimny abgeholt und kommen nur kurze Zeit nach uns an. Wir hatten uns in der Zwischenzeit um eine Unterkunft gekümmert. Einige Kilometer vor Panama City in Arraiján. Name: Backpackers Inn, kurios: kein Zutritt für Minderjährige, Fernsehsender für Erwachsene… Wir sind wohl mal wieder in einem Stundenhotel gelandet. Aber was solls, 40 USD für uns alle und am Wichtigsten, Parkplatz für die Autos.

Freitag, 10.03.2012

Früh am Morgen fahren wir ins Büro von Wilhelmsen, der Agentur mit der wir unsere Verschiffung planen. Inzwischen haben wir unsere Planung insoweit geändert, dass wir nicht nach Kolumbien verschiffen wollen, sondern direkt nach Argentinien im Container. Wir haben noch etwa 2,5 Monate Zeit für Südamerika, viel zu wenig um alles um sehen und da wir uns hauptsächlich für den Süden interessieren, scheint die Verschiffung nach Buenos Aires die beste Alternative zu sein. Wir bekommen einen Termin für den 23.3 für eine Verschiffung im Container.

Anschließend fahren wir mit Nina und Andi zum Panama-Kanal. An den Miraflores-Schleusen hat man einen guten Blick auf das Geschehen. Der Höhenunterschied zwischen Pazifik und Atlantik beträgt nur 24cm, aber um die kontinentale Wasserscheide zu überwinden werden die Schiffe durch 12 Schleusen um insgesamt 26 m angehoben. Eine Durchfahrt kostet im Schnitt 50.000 USD.
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Eine zügige und sichere Durchfahrt durch die Schleusenanlagen gewährleisten die beidseitig angebrachten Zahnradbahnen. Die Arbeiter nehmen ihre Aufgabe sehr ernst
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Am Mittag gibts noch mal eine leckere wagenradgroße Pizza von unserer Lieblingspizzeria. Eine Mitarbeiterin will unbedingt ein Fotos von uns Gringos. Viele Touristen gibt es in Arraiján nicht
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Und wieder werden wir Zeugen der mittelamerikanischen Arbeiterkunst. Der Elektriker hat den Durchblick
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Dann fahren wir zurück Richtung David. Unsere letzten Tage mit Nina und Andi wollen wir auf Bocas del Toro verbringen. Wir schaffen es an diesem Tag noch bis an eine Texaco Tankstelle kurz vor der Karibikküste, dann übermannt uns die Müdigkeit und wir schlafen einige Stunden im Auto.

Samstag, 11.03.2012

Wir brechen um kurz nach 5 Uhr auf und fahren nach Almirante. Von hier aus geht um 8 Uhr die Fähre nach Bocas del Toro auf der Hauptinsel des Archipels, der Isla Colón. Hier kommt sie her, die Chiquita Banana
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Am Steg treffen wir Laura und Till aus München. Sie haben sich in Mexiko ein Auto gekauft und sind insgesamt ein Jahr lang in Mittelamerika unterwegs.

Dann dürfen wir auf die Fähre
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Außer uns sind nur ein paar Laster an Deck. Wie immer nehmen die Arbeiter die Arbeits- und Schutzvorschriften in höchstem Maße ernst
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Die Überfahrt dauert knapp 2 Stunden
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Viele Straßen gibt es nicht auf der Insel. Diese hier – wenn man von einer Straße sprechen kann – geht direkt über den Strand.
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Wir suchen eine Unterkunft. Wir wollen mal so richig Urlaub machen und uns was gönnen. Im Hotel La Carolina kostet ein Zimmer für uns vier schlappe 154 USD. Heute ist allerdings alles belegt, also verbringen wir die heutige Nacht in einem anderen (mit 65 USD für uns vier etwas günstigeren) Guesthouse.

Im Supermarkt statten wir uns für die kommenden Tage aus
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Den Rest des Tages hängen wir ab
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Sonntag, 12.03.2012

Heute können wir umziehen in das andere Hotel La Coralina
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Wir bekommen einen Welcome-Drink auf der hübschen Terrasse
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Wir faulenzen den ganzen Tag und genießen den Luxus einer angenehm kühlen Klimaanlage

Montag, 13.03.2012

Nach dem leckeren Frühstück (zum Glück auch inbegriffen im Zimmerpreis) fahren wir mit dem Jimny nach Boca del Drago am anderen Ende der Insel
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Vom Hotel durften wir uns kostenlos Schnorchelausrüstung ausleihen
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Das ist mal Karibik wie wir sie uns vorstellen
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Das erste Faultier auf unserer Reise
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Aus dem Palmenklettercontest geht ganz klar die Siegerin hervor (ist gar nicht so leicht da hochzukommen!)
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Boca del Drago ist berühmt für die vielen Seesterne in der Bucht. Wir sehen allerdings nur 2 Stück. Dafür noch dieses hübsche Kerlchen
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Am Abend sitzen wir gemütlich auf der Terrasse. Ein Papageienpärchen zieht am Himmel seine Kreise
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Dienstag, 14.03.2012

Es regenet. Wir verlassen Bocas wieder. Die Fähre fährt um 16 Uhr zurück auf’s Festland. Wir sind bereits um 14 Uhr am Steg. Es sind noch nicht viele andere Autos da (denken wir zumindest)
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Ein Seestern
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Nina und Andi dürfen mit dem Jimny zuerst auf die Fähre. Plötzlich kommen aus allen Ecken Laster und Autos. Die seien alle schon seit heute morgen da und dürfen vor uns an Deck. Es sind so viele, dass wir befürchten nicht mehr mit drauf zu passen. Am Ende ist glücklicherweise doch noch ein Plätzchen für uns frei und der Abschied von Nina und Andi muss noch warten.
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Bye Bye Bocas
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Die Männer an Bord spielen Domino. Sie knallen die Steine nur so auf den Tisch und nehmen das Spiel wirklich ernst!
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Wir haben eine Flaschenpost geschrieben, die wir auf der Überfahrt über Bord werfen
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Dann nähern wir uns wieder der Küste
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Es geht wieder über den Bergpass Richtung David. Teilweise ganz schön steil hier 🙂
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Die Nacht verbringen wir auf einer Wiese in den Bergen. Nina und Andi genießen ein letztes mal eine Nacht im luxuriösen Jimny:
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Mittwoch, 15.03.2012

Am Morgen begrüßt uns ein Regenbogen
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Wir fahren nach David. Von hier aus geht’s für Nina und Andi mit dem Bus zurück nach San José. Wir geben den Jimny ab und essen gemeinsam zu Mittag. Dann ist die Zeit des Abschieds gekommen
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Da bleibt kein Auge trocken
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Nun sind wir wieder allein und setzen unsere Reise in Boquete fort.

Zuletzt überarbeitet ( 26. März 2012 um 18:40 )
Bocas del Toro – Manzanillo Hafen
Geschrieben von Administrator
27. April 2012 um 11:35
Reisebericht 27


Donnerstag, 15.03.2012

Wir erreichen Boquete am späten Nachmittag. Es ist angenehm kühl. Bei einem deutschen Guesthouse dürfen wir im Garten campen.
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Noch am selben Tag bekommen wir eine E-Mail bezüglich der Verschiffung nach Buenos Aires. Die Kosten für die Verschiffung belaufen sich auf ca. 1500 USD – das wussten wir bereits. Jetzt sollen zusätzlich nochmal 1500 USD für die Entladung in Argentinien plus Agentenkosten (nochmal ca. 500-1000 USD und leider unerlässlich, da zwischenzeitlich vorgeschrieben) hinzukommen. Wir fallen aus allen Wolken und müssen unser weiteres Vorgehen erneut überdenken…

Freitag, 16.03.2012

Heute fahren wir zum nahegelegenen Parque National Barú. Mit einem 4×4 Fahrzeug ist es theoretisch möglich, bis zum Gipfel des höchsten (und einzigen) Vulkan Panamas zu fahren. Der Mann am Kassenhäuschen gibt uns maximal 2 km. Wir kämpfen uns den steilen und steinigen Hang nach oben
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Nach einigen Kilometern halten wir an und schlagen unser Nachtlager auf. Heute schaffen wir es ohnehin nicht mehr zum Gipfel
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Samstag, 17.03.2012

Früh am Morgen brechen wir auf. Wir fahren noch ein gutes Stück mit dem Toyota, doch es wird zusehens steiler und steiniger. Überall am Boden sind Ölflecken von anderen Fahrzeugen zu sehen, die aufgesessen sind und wir beschließen unseren treuen Begleiter nicht weiter zu quälen
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Die restlichen knapp 10 km zum Gipfel müssen wir also zu Fuß bewältigen. Die Temperaturen sind angenehm. Leider hängt der gesamte Vulkan in den Wolken und so ist die Aussicht leider gleich null
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Innerhalb weniger Stunden erreichen wir den Gipfel auf knapp 3400 m. Die Luft ist verdammt dünn und wir total fertig
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Um uns herum nichts als eine weiße Wolkenwand. Zudem befindet sich hier eine Militärstation, nicht gerade die Aussicht die man sich wünscht
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Auf dem Rückweg klart es etwas auf
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Nach dem Abstieg fahren wir wieder zurück nach Boquete und verbringen noch eine Nacht im Garten des deutschen Guesthouses.

Sonntag, 18.03.2012

Wir fahren zurück Richtung Panama City und checken erneut im etwas dubiosen „Backpackers Inn“ in Arraiján ein.

Bis morgen muss unsere Entscheidung gefallen sein. Viel Geld bezahlen und nach Argentinien verschiffen? Oder vielleicht doch nach Kolumbien? Irgendwelche Alternativen?


Montag, 19.03.2012

Am Morgen sind wir mit Pamela Basurto von Barwil verabredet.

Schweren Herzens haben wir einen Entschluss gefasst: Unsere Transamerika-Reise wird hier in Panama zu Ende gehen.

Die Mehrkosten, die kurze verbleibende Zeit in Südamerika die mit unserem Geld noch zu Bewerkstelligen ist, die gewaltigen Distanzen die bei einer Fahrt durch Kolumbien noch vor uns liegen würden, die tropische Hitze die Philip ziemlich mitgenommen hat im Auto ohne Klimaanlage… all das waren Beweggründe für uns, unser Vorhaben hier zu beenden.

Letzte Destination: Bremerhaven, Deutschland. Der Termin für die Verschiffung am 24. März steht. Es gibt kein Zurück mehr. Innerhalb weniger Tage einen derartigen Entschluss zu fassen war unglaublich schwierig für uns und es fällt uns nicht leicht uns mit dem Gedanken anzufreunden, bereits in wenigen Tagen wieder zurück in Deutschland zu sein. Die Reise könnten wir in Europa fortsetzen, eine Option die wir uns offenhalten, schließlich haben wir noch Zeit und Geld.

Dienstag, 20.03.2012

Wir kämpfen uns durch Panama City und fahren Richtung Colón. Von hier aus soll unser Toyota zurück nach Deutschland schippern. Überall stoßen wir auf gemeingefährliche Hindernisse
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Die Stadt ist total heruntergekommen, überall hängen merkwürdige Gestalten rum
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Autoscheiben sind eingeschlagen
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Wir sehen uns auf dem Hafengelände um. Jede Woche kommen hier zehn bis zwanzig Reisefahrzeuge aus Kolumbien an. Fast alle mit europäischen (vorallem deutschen und österreichischen) Kennzeichen
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Nicht gerade ein Ort zum Verweilen. Wir fahren also zurück Richtung Panama City und finden unterwegs zufällig eine schöne Ferienanlage. Am Vortag haben wir ganz beiläufig beim Bezahlen der Verschiffung erfahren, dass unser Auto nicht wie zunächst vereinbart im Container verschifft wird, sondern RoRo. Für uns bedeutet das: alles niet- und nagelfest machen.

Mittwoch, 21.03.2012

Da der Toyota nur ein Saisonkennzeichen hat und deshalb in Deutschland nicht zugelassen ist, müssen wir die Nummernschilder entfernen. In Panama City lassen wir uns eine Kopie anfertigen, um eventuellen Ärger zu vermeiden.
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Donnerstag, 22.03.2012

Der letzte Schritt! Wir fahren zum Hafen. Unser Barwil-Agent kümmert sich um alle notwendigen Papiere. Das Auto muss zum Zoll und wird aus Philips Pass ausgetragen. Am Ende wird der Toyota nochmals inspiziert, ein Drogenhund verrichtet seine Arbeit
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Dann müssen wir unseren Kameraden am Hafen zurücklassen… mit einem ganz schlechten Gefühl

Mit dem Bus fahren wir zurück nach Panama City und checken in einem Hotel ein

Freitag, 23.03.2012

Unser letzter Tag in Panama City
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Samstag, 24.03.2012

Um 8:00 Uhr startet unser Flieger zurück ins „normale Leben“. Wir werden noch ein paar Tage in New York verbringen, danach hat uns Deutschland wieder…

Trotz dem ungeahnt schnellen Ende unserer Transamerika-Reise verlassen wir Panama mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Diese Reise war ein unvergessliches Erlebnis für uns. Wir durften unwahrscheinlich nette Menschen kennenlernen, in fremde Kulturen eintauchen, uns einfach mal treiben lassen. Wir haben mehr über die Welt und vorallem auch über uns selbst gelernt, als wir es unter „normalen“ Umständen je hätten tun können.

Wir danken allen die diese tolle Erfahrung mit uns geteilt haben, allen die uns aufgenommen und uns geholfen haben, allen die uns einen Einblick in Ihr Leben gewährt haben und auch denen, die uns einfach eine Zeit lang auf unserem Weg begleitet haben.

Wir werden diesen Abschnitt unseres Lebens stets in guter Erinnerung behalten und NATÜRLICH soll dies nicht unsere letzte Reise gewesen sein. Wir kommen wieder, keine Frage, heute ist nicht allertage… 🙂

Eine weitere Verschiffung nach Südamerika schließen wir jedoch aus. Soweit wir uns jetzt informiert haben ist ein Autokauf durchaus möglich – wenn auch kompliziert!